SNOB - Spielbericht 1. Mannschaft 6. Runde der BMM 2010

Spielbericht 1. Mannschaft 6. Runde der BMM 2010/ 11 Drucken
Geschrieben von PatrickW   
Tuesday, 15. February 2011
Ein scheinbar müheloser Sieg

Es scheint fast so, als dass uns aktuell in dieser Klasse nichts und niemand aufhalten kann.

Wir dürfen aber nicht den Fehler machen und die letzten Siege falsch einordnen – wirkliche Gegenwehr hatten wir auch dieses Wochenende nicht zu überwinden.

 

1922

Hertha/ Lava 1

1 : 7

SF Nord-Ost Berlin 1

2062

1987

Wolfgang Stark

½ : ½

Klaus Welke

2156

1973

Jan-Daniel Wierzbicki

0 : 1

Patrick Werner

2148

1984

Dieter Warken

0 : 1

Gregor Salzberg

2175

1989

Ferenc Toth

0 : 1

Jens-Uwe Jaeschke

2077

1843

Wolfram Inngauer

½ : ½

Stefan Knappe

2026

1901

Dr. Jürgen Walz

0 : 1

Hendrik Schmedes

2018

1835

Klaus Fleischmann

0 : 1

Jörg Dengel

1987

1865

Michael Hirche

0 : 1

Jeffrey Janke

1909







 

Ein besonderes Lob gilt aber den Gastgebern, die kostenlosen Kaffee zum Spiel kredenzen – ein wirklich feiner Zug.


Aber nun zu den einzelnen Partien:

Eigentlich ging alles recht zügig. Von der zweiten Mannschaft erhielten wir starke Unterstützung, Jeffrey machte seine Sache sehr routiniert. Als ich das erstemal auf sein Brett schaute, empfand ich die Stellung als etwas defensiv. Dies lag jedoch nur daran, dass ich nicht sofort realisierte, dass Jeffrey bereits nach 15 Zügen mit Schwarz eine Figur mehr hatte und kurz Luft holte, um danach den Mattangriff zu starten. Folgerichtig gingen wir auch nach 2 Stunden 1:0 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits an den anderen Brettern der Mannschaftssieg ab, lediglich Klaus und ich konnten noch keinen wirklichen Vorteil verbuchen – dazu aber später mehr.



Gregor und Jens-Uwe konsequent auf dem Weg nach vorn

 

An Brett 3 und 4 zeigten Jens-Uwe und Gregor sehr solide Leistungen. Der Gegner von Gregor zeigte, dass er auch schon einmal ein Benoni-Buch in der Hand gehalten hatte. Beide spulten also Ihre Theorie herunter. Gut das Gregor offensichtlich Band 2 des Buches studiert hatte und seine Stellungsideen umsetzte. Nachdem der verzweifelte Mattangriff des Schwarzen souverän durch Gregor abgewehrt wurde, stand es 2:0. Jens-Uwe stand meines Erachtens nach 6 (!!) Zügen mit Schwarz bereits klar besser. Gekonnt tauschte er die letzten entwickelten weißen Figuren ab, um dann ein Mattnetz aus zwei Türmen, einem Läufer und zwei Bauern entstehen zu lassen. Ein wirklich schönes Abschlussbild – 3:0 für uns. Es zeichnete sich wieder ein hoher Sieg ab.


 

An Brett 5 kämpfte Stefan gegen eine sehr dynamische Pirc-Verteidigung. Beide Spieler wollten den Sieg. Stefan stürmte mit Unterstützung des Zentrums am Königsflügel, der Schwarze versuchte sein Glück am Damenflügel. Stefan zeigte sehr schön wie man das schwarze Bollwerk knacken kann. Gekonnt tauschte er den schwarzfeldrigen Verteidigungsläufer ab, opferte eine Figur und konstruierte ebenfalls sein Mattnetz. Dabei ignorierte er selbstverständlich konsequent den schwarzen Gegenangriff – ein schnelles Ende in Sicht. So weit so gut. Schade nur, dass Ihm am Ende ein Zug fehlte. Denn bevor er Matt setzen konnte, sah er sich mit einem Dauerschach des Schwarzen konfrontiert. Er hatte wohl in der Hektik die kurze Rochade vergessen. Nicht so schlimm, wir führten jetzt ja  3 ½ : ½.


An Brett 6 spulte Hendrik seine Eröffnungsdatenbank herunter. Meiner Meinung nach nicht unbedingt das Optimum, wie man Französisch interpretierte. War aber nicht so schlimm. Hendrik nahm nämlich einfach einen Bauern weg und hatte dann einen einfachen und wirkungsvollen Plan. Er wollte sich nämlich eine neue Dame holen. Auf dem Weg dorthin opferte er noch schnell eine Qualität. Kurz darauf stand es  4 ½ : ½ .

 

Eigentlich hätten wir uns jetzt alle einen schönen Nachmittag machen können und das Mittagessen bei einem Siegerbier genießen können. Der erste der dies begriff war Klaus. Nachdem er durch eine feine Kombination seines Gegners einen Bauern verloren hatte und dieser, offensichtlich entmutigt durch die sich abzeichnende hohe Niederlage, seinen Siegeswillen aufgab, blieb Klaus lediglich ein Remisangebot – 5:1.

 


 

Jörg beherrschte seinen Gegner nach Belieben und erarbeitete sich schnell Material und Raumvorteil. In der Folge entdeckte sein Gegner seinen Kampfeswillen und stellte sich mit aller Macht gegen die sich abzeichnende Niederlage. Meines Erachtens ließ Jörg im Übergang zwischen Mittelspiel und Endspiel den schnellen vorzeitigen K.O aus. Es brauchte noch eine Weile, bis er seinen Gegner im Turmendspiel niedergerungen hatte. Das war aber überhaupt kein Problem, den ein andere spielte ja immer noch.

 


Die Endspielgenießer unter sich

 

Als Erstes muss ich mich natürlich bei allen für das verpasste Siegerbier entschuldigen, aber ich werde das wieder gutmachen, VERSPROCHEN!! Ich hatte aber sehr viel Spaß an meiner Partie, schließlich habe ich sehr selten die Möglichkeit, Endspiele zu üben. Meine Partie startete im Grunde erst nach 40 Zügen richtig. Nachdem alle Figuren herunter getauscht waren, fand ich mich in einem materialgleichen Läufer/ Springerendspiel auf zwei Flügeln wieder. Grundsätzlich ist der Läufer hier etwas stärker – also galt es diesen Vorteil umzusetzen. Ich bin der Meinung, dass das Endspiel nach f7-f5 gewonnen war. Jens-Uwe sicherte sich nach der Partie gleich mein Partieformular, um das Endspiel am nächsten Trainingsabend oder auf der Homepage auszuwerten.

 


Ein zähes Ringen bis Ultimo

 

Nach 5,5 Stunden stand das Endresultat fest 7:1. Vielleicht zählt am Ende ja noch das Torergebnis.

Als Fazit gilt es die Form und Konzentration weiter hoch zu halten, um im wahrscheinlich entscheidenden Duell gegen Zugzwang erfolgreich zu sein.

Als nächstes warten aber erst einmal die Schachfreunde aus Friedrichshagen. Wer auf die Landkarte schaut, wird verstehen, warum wir hier einen echten Heimvorteil haben.

 

PW

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 15. February 2011 )
 
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